Wieso wir smarte Küchengeräte brauchen

IoT, das „Internet of Things“, ist schon lange kein nerdiger Begriff aus dem Vokabular eines Informatikers mehr. Ein Großteil der Bevölkerung kann sich sehr spezifisch etwas unter dem Wort vorstellen. Dennoch würde es den meisten wohl schwer fallen eine passgenaue Definition von IoT abzugeben. Das liegt zunächst daran, dass die Anwendungsfälle und Einsatzbereiche so variabel sind. Zusätzlich fällt es schwer IoT klar von Künstlicher Intelligenz (KI) und Big Data abzugrenzen.

Dabei muss man den Zusammenhang verstehen: IoT schafft die Daten-Grundlage für Big Data, die von KI-Algorithmen analysiert wird.

Fakt ist, der moderne Mensch hat in jedem Fall verstanden, dass IoT allgegenwärtig ist und dass es vermeintlich kleine Prozesse sind, die durch IoT und Konnektivität auf einmal automatisiert laufen.

Auch im Gastronomiesektor müssen Gastronomen, auf den sich intensivierenden Online-Wettbewerb reagierten. Nur leckeres Essen zu machen reicht meistens nicht mehr – immer öfters wird auch hier deshalb auf modernere Technologie gesetzt. Digitale Menüanzeigen, automatisierte Bestellsysteme, eigene Apps, mit denen Coupons verteilt werden oder digitales Lagermanagement sind nur ein paar Beispiele wie IoT die Gastronomie revolutioniert. Dabei werden die Möglichkeiten immer vielfältiger. Experten prognostizieren bis 2021 einen weltweiten Anstieg an IoT-Geräten auf 35 Milliarden weltweit. Bis 2025 sollen es mehr als 75 Milliarden sein. Bereits jetzt investieren führende Unternehmen der Gastronomie-Branche 30 bis 50 Prozent ihres jährlichen Investitionsbudgets in IT und digitale Innovation.

Die Vernetzungsfähigkeit der eigenen Produkte gehört folglich zu den mit am höchsten priorisierten To Do’s in den Strategien von Unternehmen die elektronische Geräte (auch für die Gastronomie) herstellen. Die Gründe sind naheliegend: Um den Kunden das zu bieten, was gewünscht wird und um auf technischer Ebene nicht den Anschluss zur Konkurrenz zu verlieren.

Besonders spannend wird Konnektivität, wenn Hersteller und Gastronomen den Zusammenhang mit einem anderen essentiellen Trend erkennen – der Ökologie. Es ist kein Geheimnis, dass immer mehr Kunden Aspekte wie Nachhaltigkeit, Klimaverträglichkeit, Langlebigkeit und Energieeffizienz bei ihren Kaufentscheidungen berücksichtigen.

Das Gerät der Zukunft

Wie können Hersteller von Gastronomiegeräten den neuen Anforderungen des Marktes gerecht werden und Restaurantbetreibern nachhaltige und digitale Mehrwerte bieten?

  • Energieeffizient: Bekanntermaßen sind die Geräte, die in Gastronomieküchen eingesetzt werden, wahre Stromfresser. Somit verursachen Sie nicht nur hohe Kosten und belasten den Geldbeutel, sondern sind maßgeblich für die schlechte co2 Bilanz der Branche mitverantwortlich. Bereits im Jahr 2017 verbrauchte das Hotel- und Gastronomiegewerbe in Europa rund 123 TWh Strom und 108 Millionen Tonnen co2. Die meisten Hersteller sind sich diesem Problem bereits bewusst und versuchen technisch gegenzulenken.
  • Service und Life Time Value: Mithilfe von IoT kann der Service Prozess der Küchengeräte in hohem Maße optimiert werden. Idealer Weiße meldet sich das Gerät automatisch bei der verantwortlichen Servicestelle und kündigt den bevorstehenden Servicebedarf an. So können lästige Wartezeiten oder sogar Ausfälle verhindert werden.
  • Transparenz: Konsumenten vertrauen transparenten Unternehmen und Produkten. Außerdem lässt sich durch Transparenz ein positives Image aufbauen sowie die Loyalität der Kunden steigern. Mit Hilfe von Online-Dashboards kann Kunden die Möglichkeit eingeräumt werden, alle wichtigen Informationen über das Gerät in Erfahrung zu bringen. Hierzu gehören zum Beispiel Einblicke in den Wartungs-Zyklus, Handlungsempfehlungen zum nachhaltigen Betrieb oder wann die Maschine wie viel Strom verbraucht. Als Sahnehäubchen verkürzen die Hersteller so außerdem die Kommunikation mit Ihren Kunden und verbessern das Kundenerlebnis.

Es gibt eine weite Bandbreite an Features, mit der Gastronomiegeräte digitalisiert werden können, um mehr Nachhaltigkeit zu erreichen. Hersteller müssen sich bewusst machen, dass all diese Maßnahmen eines gemeinsam haben: Es handelt sich um datenbezogene Funktionen. Es besteht also die dringende Notwendigkeit für Gerätehersteller individuelle Daten über jedes einzelne Gerät im Feld zu sammeln, automatisiert zu bewerten und als Grundlage für Zusatzservices weiterzuverwenden.

Viele Geräte sammeln heute schon einfache Daten, wie beispielsweise Bezugszeiten und -einheiten, Auslastungen sowie der Zeitpunkt des letzten Services Eingriffs. Diese individuell definierten Parameter eignen sich auf Grund ihrer simplen Natur allerdings nur bedingt als Datengrundlage für komplexe Zusatzleistungen und Voraussagen. Das liegt in erster Linie an der unterschiedlichen Nutzung, Gegebenheiten und Prozesse der Kunden.

Um das volle Potenzial von IoT auszuschöpfen, lohnt es sich die „Funktions-Daten“ um aussagekräftige Energie-Daten zu erweitern. Eine kontinuierliche Erfassung der Energiedaten ermöglicht es Herstellern genau zu dokumentieren, wann das das Gerät wieviel Strom verbraucht. Auf den ersten Blick kann man somit zunächst das Verständnis für die anfallenden Stromkosten steigern.

Viel entscheidender sind aber die weitreichenden Möglichkeiten, die durch die automatisierte Interpretation und KI-gestützte Analyse der Energiedaten entstehen. So können zum Beispiel „Leerlauf-Phasen“ identifiziert werden, in denen das Gerät automatisch in den Energiesparmodus versetzt werden sollte. Energiedaten sind auch Indikatoren für den Wartungsbedarf – so wirkt sich zum Beispiel Verkalkung auf den Energieverbrauch der Geräte aus und kann frühzeitig in der Analyse erkannt werden. IoT bietet den Herstellern also umfangreiche Möglichkeiten neue Services und Geschäftsmodelle in ihr Produkt Portfolio aufzunehmen.

Auf dem Weg zur digitalen Gastronomie

Wie sollten Hersteller vorgehen, um (1) Ihre Produkte IoT fähig machen und (2) die gesammelten Daten auch sinnvoll nutzen können?

Manuel Armbruster, einer der Gründer des Startups KOENA tec aus Stuttgart, unterstützt in seiner täglichen Arbeit Unternehmen bei der Implementierung von IoT-Lösungen sowie der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle. Für ihn müssen Gerätehersteller zunächst verstehen „wo sie aktuell in Bezug auf IoT stehen“. Die Ausgangslage sei immer eine andere und müsse individuell bewertet werden. Grundsätzlich lassen sich seine Kunden dabei jedoch in drei Gruppen einteilen:

(1) Keine IoT-Anbindung ist vorhanden.

(2) Die Produkte sammeln bereits die ersten Funktions-Daten.

(3) Wertvolle Energiedaten sind bereits vorhanden, es besteht aber Bedarf an Know-how in den Bereichen Daten-Analyse und Entwicklung neuer digitaler Geschäfts- bzw. Leistungsmodelle.

Zunächst sollten im Vorfeld genaue Vorstellungen und Ziele an die IoT-Einbindung der Geräte definiert werden. „Es ist sehr wichtig, dass Hersteller definieren, welche Mehrwerte sie für den Kunden und das eigene Unternehmen intern schaffen wollen. Außerdem müssen sie sich bewusst machen welche Probleme sie mit der Digitalisierung Ihrer Produkte adressieren wollen.“

Sicherheits- und Datenschutzbedenken gelten als die größte Hürde für Unternehmen in Ihrer IoT-Strategie. „Datenschutz und ein verlässlicher Schutz der Funktionen ist wichtig und unbedingt notwendig“ so Manuel Armbruster. Wenn diese Aspekte in jeder Entwicklungsstufe berücksichtigt und überprüft werden, können aber alle Sicherheit-Anforderungen erfüllt werden. „Hier kommt es vor allem darauf an, gründlich und organisiert vorzugehen“.

Auf die Frage, ob bestehende Geräte mit einer IoT-Schnittstelle nachgerüstet werden sollten oder in die Entwicklung eines neuen IoT-fähigen Produkts investiert werden sollte, entgegnet er „das eine sollte das andere nicht ausschließen“. Vor allem unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit macht es Sinn bestehendes Potenzial zu nutzen und bereits vorhandene Geräte mit IoT nachzurüsten.

Die Krise – eine Chance?

Dem Gastronomie Gewerbe, das zu den größten Verlieren der Corona-Krise gezählt werden muss, stehen entscheidende Zeiten bevor. Nur wer die großen Herausforderungen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit erkennt und angeht, auch wenn diese aufgrund der aktuellen Situation in den Hintergrund gerückt zu scheinen sind, wird gestärkt aus dieser harten Zeit hervorgehen. Doch diese schwere Last sollte nicht nur von den Gastronomen alleine getragen werden. Vor allem die Hersteller der Gastronomiegeräte müssen jetzt den Bedarf ihrer Kunden erkennen und engagiert darauf reagieren.

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Manuel Armbruster
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